Lautlose Stufen
Inge Becher
Hella Arnold wächst zur Zeit des Nationalsozialismus auf. Sie freut sich darauf, bei den Jungmädeln aufgenommen zu werden. Doch dann erkrankt sie plötzlich, sie muss viel Zeit im Krankenhaus verbringen. Weil sie immer wieder fehlt, wird Hella vom Unterricht ausgeschlossen. Als sie 14 Jahre alt ist, erfährt sie von speziellen Kliniken für schwerkranke Kinder und will dort hin. Ihre Eltern und der Hausarzt aber sind entsetzt …
108 Seiten | 20,0 x 12,5 cm | Softcover | KlebebindungISBN 978-3-940078-39-1
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Lautlos sind die Stufen, auf denen die 14-jährige Hella zuhause die Treppe hinunterschleicht, um zu hören, worüber sich die Erwachsenen unterhalten. Genauso lautlos schlich sich seit den 1930er-Jahren auch das Gedankengut der Nationalsozialisten in das Leben der Familien ein. Werte, die immer schon galten, verschwanden. Ein kranker oder behinderter Mensch wird schnell als »lebensunwert« gebrandmarkt.
Auch Hella Arnold ist so ein Mensch. Mit 10 Jahren bekommt sie eine chronischen Krankheit. Immer wieder muss sie ins Krankenhaus, immer wieder fehlt sie in der Schule, bis sie ausgeschlossen wird. Ihre Freundinnen dürfen zu den Jungmädeln, sie nicht. Um wenigstens etwas tun zu können, lernt sie Nähen. Eines Tages erfährt Hella von speziellen Kliniken, in denen Kindern wie ihr geholfen wird. Sie will sich einweisen lassen. Ihre Eltern sind entsetzt. Denn aus diesen Kinderkliniken kam noch kein Kind lebend zurück …
Opfer des Nationalsozialismus waren auch chronisch kranke und behinderte Kinder und Jugendliche. Während ihren Eltern suggeriert wurde, dass sie wegen einer Therapie in sog. Kinderfachkliniken aufgenommen werden sollen, wurden sie in Wahrheit im Rahmen des Euthanasieprogramms dort systematisch getötet – durch Hungerernährung, medizinische Experimente oder Medikamentenüberdosierung. Sie galten als lebensunwertes Leben. War ein Kind erstmal in solch eine Klinik eingeliefert, kam es zumeist nicht wieder lebend zurück. Die Eltern bekamen nach einiger Zeit ein Schreiben, dass das Kind leider an Lungenentzündung o. ä. verstorben sei. Zynischerweise musste auch noch die Rechnung für die Einäscherung beglichen werden – Spuren sollten natürlich verwischt werden. Hella hat Glück. Sie kann rechtzeitig fliehen.
Das Buch ist für Kinder ab ca. 12 Jahre gedacht, die Geschichte begleitet Hella vier Jahre lang in ihrem Alltag im Nationalsozialismus. Dabei werden viele Themen dieser Zeit gestreift – und in einführenden kurzen Abschnitten historisch eingeordnet. Die Geschichte ist leicht lesbar, das Buch ist nicht sehr lang und deshalb auch gut für den Unterricht geeignet als Einführung in diese Zeit.
Cover von
Claudia Toman
CoverdesignerinClaudia Toman, geboren 1978, verwirklicht an ihrem Wohnort Wien Coverträume für Verlage und Selfpublisher:innen. Ihre Website: www.autorendienst.net
Bei uns erschienen
5 Rezensionen für Lautlose Stufen
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Tina Pahnke –
BKL-Lyrik auf Amazon schreibt, dass diese Geschichte mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Sensibilität geschildert wurde.
Nicht verifizierter Kauf. Mehr Informationen
Tina Pahnke –
MargareteRosen auf Amazon schreibt, dass sie überrascht war wie man Zeitgeschichte auf 100 Seiten spannend und informativ erzählen kann.
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Tina Pahnke –
CharO schreibt auf Amazon, dass “Lautlose Stufen” es schafft ein schwieriges Thema so aufzuarbeiten, dass es für viele verschiedene Lesetypen geeignet ist.
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Tina Pahnke –
Sandra schreibt auf Amazon, dass das Buch sie fesseln konnte, auch wenn ihr etwas emotionale Tiefe gefehlt hat.
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Tina Pahnke –
Sabine Hartmann auf Amazon schreibt, dass dieses Buch auch für ungeübtere Leser empfehlenswert ist.
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