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Bis es eine Neuerscheinung vom Verlag über die üblichen Vertriebswege in den Buchhandel schafft, dauert es oft zwei Wochen. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, die man als Verlag nicht beeinflussen kann. Für alle, die ein bisschen hinter die Kulissen schauen möchten, skizziere ich kurz diesen Weg:

• Buch kommt aus der Druckerei im Verlagslager an. Hier wird erst mal geschaut, ob Lieferung und Inhalt ohne Beanstandungen sind.

• Dann wird sofort ein großes Paket gepackt, das am nächsten Tag nach Steinhagen zu unserer Auslieferung Runge gebracht wird. Mit dpd, dhl oder so.

• Dort angekommen, werden die Bücher aufgenommen, katalogisiert, bekommen einen Lagerplatz zwischen vielen ihrer Artgenossen.

• Und dann heißt es meistens: erstmal abwarten. Die Auslieferung hat, seit das Buch dort als Neuerscheinung gemeldet wurde, Vorbestellungen aus dem Handel vermerkt. 2–3mal im Monat werden alle Vorbestellungen aller Verlage gebündelt verschickt. Im Fachjargon „Auslöse“ genannt. Das spart Transport- und Portokosten und verringert den Aufwand in der Buchhandlung. Wenn man Pech hat, ist gerade so ein Termin verstrichen, wenn die eigenen Bücher ins Lager kommen.

• Ist der Tag der Auslöse gekommen, werden alle Vorbesteller beliefert. Das sind vor allem die Großhändler, die ihrerseits Vorbestellungen von Buchhändler gesammelt haben. und sich auch einen Grundbestand ins eigene Lager legen. Im Fachsprech heißen diese Großhändler „Barsortimente“, sie gehören wie die Auslieferungen dem Zwischenbuchhandel an, weil sie zwischen Verlag und Buchhändler agieren. Und sorgen dafür, dass Bestellungen im Buchhandel über Nacht verfügbar sind. Schneller als das Internet.

• Aber auch die Großhändler müssen die Büchermassen, die nach diesen Auslösetagen bei ihnen ankommen, erstmal aufnehmen und ins Lager einräumen. Irgendwann steht in der Datenbank „lieferbar“. Und dann … dann ist auch unser Kuschel ganz schnell in Ihrer Buchhandlung. Über das Barsortiment zu bestellen, ist für die meisten Buchhändler der schnellste und bequemste Weg, um an Ware zu kommen.

• Viele Buchhändler aber nehmen auch Mehrarbeit in Kauf, um ein Buch möglichst schnell verfügbar zu machen für Ihre Kunden, und bestellen direkt beim Verlag. Wir erinnern uns: Hier kommt das Buch zuerst an. Auch bei „Kuschel ist weg“ ist es so, wir sind eifrig weiter am Pakete packen.

In diesen Buchhandlungen kann man das Buch schon ab dem Wochenende erstehen:

Leuenhagen & Paris, Lister Meile 39, Hannover

Decius, Marktstraße, Hannover

Lindener Buchhandlung, Limmerstraße 43, Hannover

Lehmanns in der MHH, Carl-Neuberg-Str. 1, Hannover

 

 

 

Immer wieder gern gelesen: Eine Antwort auf die Frage, was ein Verlager so macht. Gefunden während einer Internetrecherche auf der Seite  der italienischen Buchverlegergemeinschaft (AIE). Bei der Suche nach der Quelle stieß ich dann auf verschiedene Namen: Bompiani, Mondadori und Umberto Eco. Der Urheber lässt sich wohl nicht mehr so recht festetellen. Aber nett ist es dennoch (deutsche Übersetzung von mir).

„Che cosa fa l’editore? – Was macht ein Verleger?
Scrive libri? – Schreibt er Bücher?
No, quelli li scrivono gli autori. – Nein, diese schreiben die Autoren.
Allora li stampa? – Also druckt er sie?
No, quello lo fa il tipografo. – Nein, das macht der Drucker.
Li vende? – Verkauft er sie?
No, lo fa il libraio. – Nein, das macht der Buchhändler.
Li distribuisce alle librerie? – Vertreibt er sie an die Buchhandlungen?
No, quello lo fa il distributore. – Nein, das macht der Vertrieb.
E allora che cosa fa? – Na, und was macht er dann eigentlich?
Risposta: tutto il resto“ – Antwort: den ganzen Rest.

Meiner Erfahrung nach gilt das auch für VerlegerINNEN! 😀