Am 5. Mai ist der “Welttag des herzkranken Kindes”.
Aus diesem Anlass habe ich mich mit unserer neuen Autorin Regina Nagel unterhalten.
Und stelle sie euch bei dieser Gelegenheit auch gleich mal vor. 

 

Tanja Dietze: Liebe Frau Nagel, danke, dass Sie dieses Interview mit mir machen. Möchten Sie sich zunächst kurz vorstellen?

Regina Nagel: Gerne – ich heiße Regina Nagel, wohne im Norden von Baden-Württemberg, bin von Beruf Gemeindereferentin und habe darüber hinaus vor ein paar Jahren noch ein Fernstudium in Wirtschaftspsychologie absolviert. Selbst habe ich keine Kinder, aber zwei Nichten, die ich sehr gern habe und natürlich habe ich beruflich in Schule und Jugendarbeit viel mit Kindern erlebt.

T.D.: Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen? Gab es einen besonderen Anlass?

R.N.: Artikel für Zeitschriften habe ich seit Jahren schon viele geschrieben und ich dachte auch immer wieder einmal, dass ich gern ein Kinderbuch schreiben möchte. Die konkrete Idee ist mir dann bei einem Schreibseminar mit der Autorin Liane Dirks zugeflogen. Als ich eines Tages den Anfang einer Geschichte über ein herzkrankes Mädchen vorgelesen habe, sagten alle, einschließlich der Leiterin: „Daraus musst du ein Buch machen!“. Das erste Kapitel von „Lea Löwenherz“ war entstanden.

T.D.: Was bedeutet es für Sie, Autorin zu sein? Was möchten Sie erreichen?

R.N.: Ich möchte Geschichten vom Leben erzählen, die spannend sind, die Einblicke geben in das, was auch in schwierigen Zeiten Hoffnung geben kann und die die Leserinnen und Leser berühren. Besonders im Blick habe ich dabei Hauptpersonen, die in irgendeiner Weise mit Krankheit konfrontiert sind und die gerade in einer solchen Lebenssituation entdecken, worauf es im Leben ankommt.

T.D.: Es ist kein ja Zufall, dass wir Sie gerade am “Tag des herzkranken Kindes” um ein Interview gebeten haben. Was verbindet Sie persönlich mit diesem Tag?

R.N.: Zuallererst denke ich an diesem Tag an die herzkranken Kinder und ihre Familien, die ich durch mein Buch kennengelernt habe. Zum Beispiel an den jetzt 10-jährigen Joey, der von Geburt an schwer herzkrank war und der mehr als zwei Jahre stationär auf ein neues Herz warten musste. An Weihnachten 2015 stundenlang mitzufiebern, ob die OP erfolgreich enden wird, das war sehr beeindruckend.
Ich selbst habe von Geburt an einen eher harmlosen Herzfehler. Die ersten ernsthaften Herzprobleme bekam ich im Dezember 2008 und im Januar 2012 wurde die Herzschwäche so bedrohlich, dass mir ein Defibrillator implantiert werden musste. Seit Sommer 2012 bin ich gelistet für eine Herztransplantation.

T.D.: Worum geht es in ihrem Kinderbuch “Lea Löwenherz”?

R.N.: Zu Beginn des Buchs ist Lea acht Jahre alt. Sie ist von Geburt an herzkrank und ihr Zustand verschlechtert sich immer mehr, so dass ihr zuletzt nur noch durch eine Herztransplantation geholfen werden kann. Das Buch erzählt davon, wie sie und ihre Familie die Krankheit, Wartezeit und das Geschenk eines neuen Herzens erleben. Themen wie Krankheit und Tod spielen ebenso sehr eine Rolle, wie Freundschaft und Lebensfreude.

T.D.: Was macht das Buch Lea Löwenherz* so besonders?

R.N.: Besonders ist wohl, dass ich vieles, was Lea mit ihrem Herzen erlebt, selbst so erlebt habe – z.B. das Auslösen des Defibrillators, wodurch im Sommer 2013 mein Leben gerettet wurde. Alles seither ist für mich irgendwie „Zugabe“. Sehr gefreut habe ich mich, dass die Leiterin der Freiburger Kinderkardiologie, Professorin Dr. Brigitte Stiller, mein Buch testgelesen und für gut befunden hat. Sie hat mir einige hilfreiche Tipps aus medizinischer Sicht gegeben.

T.D.: Und nun stellen wir euch noch das neue Buch von Regina Nagel vor, das im Sommer im Verlag Monika Fuchs erscheinen wird. Der Arbeitstitel ist Jonas, Rebekka und die Flaschenpost. Und es handelt von zwei Kindern, deren Geschwister chronisch krank sind. Wie sind Sie auf die Idee gekommen aus der Sicht der Geschwister der Betroffenen zu schreiben?

R.N.: Auf die Idee gebracht hat mich Jörg Hülsmann. Seine Frau ist lebertransplantiert und er engagiert sich u.a. für Angehörige von Wartepatienten. Er bat mich, ein Buch zu schreiben, in dem Geschwister chronisch schwerkranker Kinder die Hauptrolle spielen.

T.D.: Erzählen Sie uns bisschen über die Geschichte? Wo spielt sie und was passiert?

R.N.: Im ersten Teil geht es um Jonas, den Jungen, von dem die Flaschenpost stammt und um den Beginn seiner Freundschaft mit dem Angler Jörg. Jonas ist viel allein und hat sich ein wenig in sich selbst zurückgezogen. Die Aufmerksamkeit seiner Eltern gehört vor allem seinem chronisch kranken und leicht geistig behinderten kleinen Bruder, sowie der Jüngsten in der Familie, der selbstbewussten Judith. Da Jörgs Frau mit Freundinnen etwas unternehmen will, kommt Jörg auf die Idee, Jonas einzuladen, ihn zum Fischen an den Bodensee zu begleiten.
Im zweiten Teil dann steht Rebekka im Mittelpunkt. Ihre alleinerziehende Mutter muss sich, wie so oft, in den Ferien um den an Erbkrankheit Marfan** erkrankten kleinen Bruder und seine ebenfalls betroffene Zwillingsschwester kümmern. Da Rebekka keine Lust hat, sich von einer anstrengenden älteren Dame in der Nachbarschaft betreuen zu lassen, haut sie ab – Richtung Bodensee.
Im dritten Teil begegnen sich die beiden. Und was dann passiert, das verrate ich jetzt noch nicht….

T.D.: Gibt es schon neue Ideen für ein neues Buch?

R.N.: Ein erstes Kapitel einer Fortsetzung von Lea Löwenherz gibt es und auch Ideen, was Jonas und Rebekka nach ihrem Sommer am Bodensee so alles erleben könnten. Außerdem kam eine Anfrage von zwei Frauen, die sich in der Marfan-Selbsthilfe engagieren. Ob ich Lust hätte, ein Kinderbuch für und über Marfan-Kinder zu schreiben? Sie haben gesagt, sie wollten mich im Lauf des Jahres mal besuchen und mit mir zusammen überlegen, wie wir das Projekt angehen könnten. Mal sehen, was daraus wird.

T.D.: Herzlichen Dank, Frau Nagel, für dieses Interview. – Und falls Sie, liebe Leserinnen und Leser, Fragen oder Anmerkungen dazu haben, freuen wir uns über Ihre Kommentare.


*Regina Nagel | Lea Löwenherz
mit Illustrationen von Dorothee Böhlke
152 Seiten, Hardcover | Doris-Verlag, Ruppichteroth 2015
ISBN 978-3-9810623-6-6 | Preis 12,90 Euro

Sie können das Buch mit Widmung direkt von der Autorin beziehen. Mailen Sie uns (mail@verlag-monikafuchs.de) , wir leiten Ihre Bestellung an Regina

Nagel weiter.

** Informationen zum seltenen und wenig bekannten Marfan-Syndrom gibt es hier.

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