Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Buch zu schreiben?

Das war ganz spontan. Es ist nicht so, dass ich schon immer vorhatte ein Buch zu schreiben. Ich war zwar ganz gut in Aufsätzen und hab‘ schon als kleines Kind den Leuten das Ohr abgequatscht, aber auf die Idee ein Buch über Pfadfinder zu schreiben bin ich im Familienurlaub 2007 gekommen. Damals war ich 13 Jahre alt und das Buch, das ich damals zum Lesen dabei hatte, hat mich nicht wirklich vom Hocker gehauen. Das war irgendein Durchschnitts-Mädchen-Pferdebuch und ich dachte „Das kannst du besser!“. Ja, das war meine Motivation und ich hab‘ gemerkt, dass mir das Schreiben Spaß macht und hatte viele Ideen.

Und wieso ausgerechnet über Pfadfinder?

Wir sind direkt nach dem Sommerlager in den Urlaub gefahren, dementsprechend waren die ganzen Bilder und Emotionen noch präsent, als ich mir Gedanken machte über was ich denn schreiben könnte. Ich bin seit meinem 10. Lebensjahr leidenschaftliche Pfadfinderin. Diese Zeltlagerstimmung und das Pfadfindersein haben was, das sich Außenstehende gar nicht vorstellen können. Im Lager passieren – und das wird jeder Pfadfinder bestätigen können – so viele Dinge über die man Jahrzehnte später noch lachen kann. Ich hab‘ genau solche Dinge ins Buch geschrieben. Und ich bin auch von vielen Leuten, die das Buch gelesen haben, angesprochen worden, ob ich aus eigener Erfahrung schreiben würde. Die waren nämlich auch Pfadfinder und haben viele Dinge wiedererkannt.

Hast du eine Lieblingsszene?

Ja, jetzt muss ich natürlich aufpassen, dass ich nicht zu viel verrate. Es gibt eine Szene, die auf einem Polizeirevier spielt. Das war auch die aufwendigste Szene, weil ich ja noch nie auf einem Polizeirevier war und sehr viel recherchieren musste. Ich war damals auch bei der Polizei in Wimpfen und hab‘ nachgefragt. Damals hab‘ ich dummerweise aber nicht mitgeschrieben und als ich daheim war, hab‘ ich die ganzen Informationen wild durcheinander gewürfelt und so war die Szene inhaltlich total unrealistisch. Da hat mir dann mein Vater geholfen, der sich damit auch auskennt.

Was ist dein Lieblingsbuch oder Lieblingsautor?

Ich hab‘ gar keinen Lieblingsautor, weil ich selbst – ehrlich gesagt – nicht besonders viel lese. Ein Lieblingsbuch hab‘ ich auch nicht, aber ich mag ausgefallene, kreative Geschichten. Mit Mainstreamromanen wie den Biss-Büchern oder so, kann ich nicht viel anfangen. Auch wenn ich den Autoren ihren Erfolg gönne und ich finde es auch toll, dass Jugendliche durch solche Bücher überhaupt lesen.

Hast du Vorbilder oder gibt es Menschen, die du bewunderst?

Ich hab‘ natürlich Vorbilder im privaten Bereich und da gibt’s auch viele Menschen, die mich beeindrucken und beeinflussen manchmal auch ohne, dass ich es merke. Aber es gibt auch im öffentlichen Leben Menschen, die ich sehr bewundere. Ich bin zum Beispiel ein Fan von Rick Kavanian. Ich find‘ das total kreativ, was er macht und er ist auch ein toller Schauspieler. Das gleiche gilt für Michael Herbig. Ich liebe seine Filme und er sagt auch, dass man alles erreichen kann, wenn man es wirklich will und das ist eine Erfahrung, die ich auch schon oft gemacht habe, gerade mit dem Buch. Hape Kerkeling ist auch wahnsinnig kreativ mit den Figuren, die er erfindet und Anke Engelke genauso.

Was ist dein Traumberuf? Möchtest du Schriftstellerin werden?

Nein, ich träume davon Filmregisseurin zu werden. Das passt dann auch zu meinen Vorbildern. Schriftstellerin ist mir zu einsam und zu ruhig. Den ganzen Tag vor dem Laptop sitzen und sich Kreativität aus den Fingern saugen, das kann ich mal ‘ne Zeit lang machen, aber nicht mein ganzes Leben. Ich arbeite gern im Team und bin gern unter Menschen. Das ist halt der Nachteil am Bücherschreiben. Es ist eine sehr einsame Angelegenheit.

Hast du irgendwelche Hobbys? Also, außer Bücherschreiben und Pfadfinder?

Ja, ich spiele Theater an meiner Schule und bin auch Mitglied bei unserer Schülerzeitung. Dann mach ich seit einiger Zeit Krafttraining und nebenher ein bisschen Freizeitsport. Ich bin auch noch Lektorin in der katholischen Kirchengemeinde. Musik hören ist noch so ‘ne Leidenschaft von mir. Und ich geh‘ wahnsinnig gern ins Kino oder ins Theater.

Was ist dein Lieblingsfilm?

„Die Welle“ von Dennis Gansel. Das ist ein grandioser Film, der einem auch sehr nahe geht, weil er unglaublich realistisch ist. Und die ganzen Bully-Filme natürlich. Die sind einfach unschlagbar. „Sterben für Anfänger“ ist auch eine total witzige englische Komödie und „Shadows in the sun“ ist ein sehr schöner Schriftsteller-Film.

Was ist dein bestes, bzw. schlechtestes Fach in der Schule?

Das ist ganz witzig. Ich bin in Deutsch im Moment die Klassenbeste und in Mathe die Schlechteste. Ja, ich bin nicht stolz auf meine miesen Mathe-Noten, aber mit Zahlen umgehen konnte ich noch nie. Meine starken Fächer sind die gesellschaftlichen, bzw. sprachlichen. In allem wo man viel reden und schreiben kann, bin ich gut.

Hast du einen Tipp für andere Nachwuchs-Schriftsteller?

Klar doch. Also, es ist ganz wichtig, dass man einen starken Willen hat. Wenn man an sich glaubt und sein Ziel immer vor Augen hat, dann kann man viel erreichen. So war es jedenfalls bei mir. Man muss auch einsehen, dass Schreiben nicht immer Spaß macht. Schreiben ist wie ein Instrument spielen. Man muss üben damit man Fortschritte macht, auch wenn man gerade keine Lust hat. Aber wenn man dann was geschrieben hat und es einem gefällt, ist das wunderschön.

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