Gastbeitrag | Die doppelte Hartmann

Hildesheim, 4. März 2015 – Zum Internationalen Frauenwelttag gibt es eine Lesungs-Premiere: Petra & Sabine Hartmann lesen in Giesen (bei Hildesheim) aus ihren Büchern. Was es mit den doppelten Damen Hartmann auf sich hat, beschreibt „unsere“ Petra  in ihrem Blog:

„Sabine Hartmann ist eine Autorenkollegin, die in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren immer mal wieder meinen Weg gekreuzt hat – virtuell. Vor allem gab der gleiche Nachname immer wieder Anlass zu Verwechslungen. Hier also – anlässlich unserer ersten gemeinsamen Lesung am Freitag, 6. März – endlich einmal ein Blogeintrag über meine Kollegin und Namensvetterin Sabine und ein kurzer Rückblick auf unsere gemeinsame Geschichte.

„Nein, ich bin die andere Hartmann …“

Im Netz haben sich unsere Pfade regelmäßig gekreuzt. In Foren wurde ich immer mal wieder angesprochen, ob ich nicht „die Frau Hartmann sei, die …“ Nein, ich bin die andere Hartmann. Beim Nürnberger Autorentreffen vor ewigen Zeiten glaubte Sandra Uschtrin, eine ihrer besten Federwelt-Autorinnen in mir zu sehen. Nach Lesungen sagen mir manchmal Zuhörer, dass sie meine Lokakrimis lieben. Und erst vor einigen Monaten, als ich mich zum Interview über die Weihnachtsanthologie „Blitzeis und Gänsebraten“ mit der Kulturchefin der Hildesheimer Allgemeinen traf, wurde ich begrüßt mit einem fröhlichen: „Hallo, Frau Hartmann, ich habe Ihre beiden Bücher schon bekommen.“ Nein, die beiden Krimis waren dann doch nicht von mir. Immerhin notierte ich mit einer gewissen Genugtuung, dass Kollegin Sabine im gleichen Blatt mit dem Vornamen Monika auftauchte, was vermutlich eine Reminiszenz an meinen Verlag, den Verlag Monika Fuchs, darstellt.

Erstes Treffen bei „Buch + Kurpark“

Es ist ja wirklich verzwickt mit diesen beiden Hartmanns. Beide schreiben Bücher. Beide treiben sich im Hildesheimer Land herum. Die eine kommt aus Sillium, die andere aus Sibbesse. Kein Wunder, dass manche Leute den Überblick verlieren.
Persönlich kennen gelernt haben wir uns im August 2013 bei der Veranstaltung „Buch + Kurpark“ in Bad Salzdetfurth und haben uns sehr nett unterhalten. Ich erstand damals ihren Krimiband „GeSalzene Morde“ und hatte viel Vergnügen daran.
Jetzt gibt es eine Premiere: Sabine Hartmann und Petra Hartmann vereint zu einer Lesung. Sie mit Krimis, ich mit Nestis. Das wird sicher spannend.

Übersetzerin, Lehrerin, Schulleiterin, Mords-Schriftstellerin

Sabine Hartmann wurde im Jahr 1962 in Westberlin geboren. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne. Dreizehn Jahre lang hat sie freiberuflich als staatlich anerkannte Übersetzerin mit den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch gearbeitet. Von 1999 bis 2011 war sie Lehrerin an Hauptschulen in Aerzen und Sarstedt, und seit 2011 ist sie Schulleiterin einer Hauptschule.
Sabine ist, wie es sich für eine Krimi-Autorin gehört, Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern“ (früher; „Sisters in Crime“) und im „Syndikat“. Sie hält Lesungen und Vorträge, gibt Schreibworkshops und hat mit ihren Kurzkrimis, die in Anthologien und Zeitschriften erschienen sind, schon einige Preise und Auszeichnungen gewonnen.
Sie veröffentlichte die Kriminalromane „Abgebrannt“, „Ausgeräumt“, „Ausweichmanöver“, „Nur ein Katzensprung“, „Sechs, Sieben, Cache“ und „Wutbürger“. Außerdem gibt es von ihr zwei Jugendromane: „Eiskalt verzockt“ und „Katzenmelodie“. Mit „Axlung“ legte sie im vergangenen Jahr einen Fantasyroman vor.

Kriminelle „Wutbürger“ aus Hildesheim

Am Freitag wird sie aus ihrem Roman „Wutbürger“ lesen. Es handelt sich um einen Lokalkrimi aus Hildesheim beziehungsweise aus Alfeld. Und darum geht es in dem Buch:
„Tiefbauunternehmer Kellermann wird tot in seinem Büro aufgefunden. Das Team um Kommissarin Grundberg ermittelt zuerst in seinem privaten Umfeld, denn Kellermann wollte die Firma an seinen Sohn übergeben und zuvor noch einen letzten Auftrag abwickeln. Als Archäologen bei Grabungen einen aufsehenerregenden Fund ans Licht bringen, bahnt sich eine weitere Katastrophe an. Wütende Bürger rücken neben ehrgeizigen Politikern und rührigen Naturschützern in den Fokus der Ermittler … und plötzlich verschwindet auch noch Grundbergs Partner spurlos.“
Außerdem werden wir etwas aus dem Sammelband „Mords Idylle“ hören, in dem ebenfalls Kommissarin Grundberg ermittelt.

Mehr über Sabine Hartmann und ihre Bücher findet ihr hier:

https://sabine-hartmann-sibbesse.de/

Und hier noch einmal die Lesungsdaten:

Freitag, 6. März: Lesung mit Petra & Sabine Hartmann beim Frauentag aus „Nestis und die verschwundene Seepocke“ und „Wutbürger“. Hartjens Hof, Rathausstraße 56A, 31180 Giesen. Beginn: 18.30 Uhr. Ich freue mich drauf.“

Quelle: Blog Petra Hartmann

Gastbeitrag | Blitzeis & Gänsebraten – Lesung im Michaelis-Weltcafé

Blitzeis_Cover_200Rappelvoll war es im Michaeliscafé am Abend des 9. Dezember. Die Hildesheimlichen Autoren hatten ihre Weihnachtslesung zu einer Blitzeis-Lesung umfunktioniert, sodass wir die neue Weihnachts-Anthologie „Blitzeis und Gänsebraten“ des Verlags Monika Fuchs vor gewogenem Publikum und in sehr gemütlichem Ambiente präsentieren konnten.
Insgesamt sieben Autoren waren gekommen, um acht Texte aus dem Buch zu präsentieren. Also bekamen die Gäste ein Drittel des Buches zu hören und konnten sich ein recht gutes Bild der Anthologie machen.

Moderatorin Petra tierisch nervös

„Mensch, Petra, du bist ja aufgeregt“; stellte eine Mitautorin überrascht fest. „Das kennt man von dir ja sonst gar nicht.“ Ja, stimmt. Es ist doch etwas anderes, einfach nur mit seinem eigenen Text nach vorn zu gehen, seine Geschichte vorzulesen und sich um den Rest nicht viel zu kümmern. Aber diesmal war ich als Herausgeberin des Buches und Moderatorin und nicht als Nur-Lesende vor Ort. Büchertisch einrichten, Autoren nachzählen, Karten auslegen, Autorenexemplare verteilen, in letzter Sekunde doch nochmal den Lesungstisch umräumen, damit die Autoren näher am Publikum sitzen, aufpassen, dass die Leselampe nicht umfällt, die Reihenfolge der Lesenden absprechen, wieder Autoren nachzählen, im Kopf nochmal die Moderation umwerfen, Reihenfolge umstellen, über Texte nachdenken, nochmal Autoren nachzählen und endlich erleichtert aufatmen, als der letzte endlich zwei Minuten nach Lesungsbegin zur Tür hereinschneit … Ja, es stimmt, ich bin ziemlich nervös gewesen und bin ständig wie ein geölter Blitz von einem Ende des Raumes zum anderen geschossen.

Wie „Blitzeis und Gänsebraten“ entstand

Zu Beginn erzählte ich ein wenig über die Entstehung der Anthologie, über die Ausschreibung und die Arbeit an den Texten. Vom Beginn der Ausschreibung und davon, dass ich schon fünf andere Anthologien herausgegeben habe. Auch ein wenig über Verzweiflungsausbrüche einer Herausgeberin beim Blick in ihr Mailpostfast. Aber nun ist ja alles gut …

Als „Galeria Kaufhof“ noch „Merkur“ war

Dann gab ich die Bühne frei für Peter Hereld, der die Zuhörer in eine Zeit entführte, als Galeria Kaufhof noch „Merkur“ hieß und auf dem Wunschzettel jedes Jungen die großartige Carrera-Rennbahn stand. Sonja Klima nahm uns danach mit auf einen lyrischen Spaziergang an die Innerste am Morgen des 24. Dezember – das einzige Gedicht dieses Abends, eine sehr berührende Naturschilderung, die unbedingt Lust auf eine Wanderung bei knackiger Kälte machte.

Weihnachten muss ausfallen – wegen der Nörglerstadt Hildesheim

Das vollkommene Kontrastprogramm dazu kam anschließend von Raphael Blischke. Der Schüler der Robert-Bosch-Schule war mit seinen 15 Lenzen nicht nur der jüngste in der Runde, er war auch das einzige Nicht-Vereinsmitglied, das unserem Aufruf gefolgt war und seine Geschichte zu besten gab. „Weihnachten muss ausfallen – wegen Hildesheim, dieser üblen Nörglerstadt“, lässt Raphael die Weihnachtswichtel feststellen. Doch es gibt ja ein Notfallprogramm, und aus der mit Müll und Graffitis verseuchten, ungeschmückten und bankrotten Stadt wird doch noch ein kleines Weihnachtswunderland.

Herzdieb auf dem Hildesheimer Weihnachtsmarkt

Nach so viel Action musste dann einfach ein Gang über den Weihnachtsmarkt sein. Anke Wogersien erzählte von Glühwein und einer gescheiterten Beziehung, von einem Herzensdieb und einer Hildesheimer Sagengestalt, die es Dieben heimzahlt. Geschieht ihm recht, dem Herzdieb.
Es folgte ein Blick zurück in eine Zeit, in der an Weihnachtsmärkte und Geschenkerummel noch gar nicht zu denken war: Marlene Wieland erzählte ein Erlebnis aus ihrer Jugend, gerade angekommen in Hildesheim auf der Flucht, im Jahr 1950, als sie von ihrem Chef einen verantwortungsvollen Auftrag bekam: Am Heiligen Abend nach der Kirche in der Peemöller-Passage die teure Festbeleuchtung auszuschalten.
Ein neugieriges kleines Engelmädchen namens Lilly war die Heldin in Elviera Kensches Weihnachtsmärchen. Die Kleine schlich sich doch glatt aus dem Himmel fort, versteckte sich im Schlitten des Weihnachtsmannes und machte den Hildesheimer Weihnachtsmarkt unsicher. Na sowas!

Ein kleines blaues Fahrrad und ein obdachloses Paar

Wie heißt es so schön: „Mitgegangen, mitgefangen.“ Da ich zum Weihnachtsbuch auch eine Geschichte beigesteuert hatte, musste ich mich natürlich auch als Lesende beteiligen. Ich las also „Das kleine blaue Fahrrad“ vor, das dem einen oder anderen der hier Mitlesenden bekannt sein wird.
Den Schlusspunkt setzte Marlene Wieland, die eine Geschichte der Autorin Oudemia von Pantachou vortrug. Eine traurige Geschichte von einem obdachlosen Paar, das zu Weihnachten keine Unterkunft findet. Sehr nachdenkliche Töne zum Abschluss, mit denen wir unsere Zuhörer in die Weihnachtszeit entließen.
Alles in allem eine schöne, runde Lesung, die mir – und hoffentlich auch allen anderen – sehr viel Spaß gemacht hat. Wir hatten ein ausgesprochen abwechslungsreiches Programm, in dem lustige, melancholische, stille und poppig-bunte Beitrräge eine gute Mischung abgaben. Ich denke, die Zuhörer haben an diesem Abend einiges mit nach Hause genommen. Und vielleicht liest ja der eine oder andere am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum seiner Familie eine Geschichte aus „Blitzeis und Gänsebraten“ vor?

Gastbeitrag | Blitzeis in Sillium

Blitzeis_Cover_200„Blitzeis und Gänsebraten“ ist da. Gestern Früh rollte ein riesengroßer Laster vors Haus, und nachdem der Fahrer mich wachgeklinget hatte, begann er, paketeweise Weihnachtsbücher in meinen Flur zu schleppen. Das Irrenhaus Hartmann ist also seit gestern eine Dependance des Verlags Monika Fuchs, und wer nicht aufpasst, stolpert schon mal über aufgetürmte Hildesheimer Weihnachtsgeschichten.

Allerdings bin ich schon einen Großteil davon wieder losgeworden, da ich gestern eine Auslieferungsfahrt nach Hildesheim und Marienrode unternahm. Vorrätig sind unsere Weihnachtsbücher seitdem in der Klosterbuchhandlug Marienrode, in den beiden Hildesheimer Decius-Filialen in der Arneken-Galerie und am Hohen Weg sowie bei Ameis Buchhandlung in der Goschenstraße.

Heute Abend hatte ich übrigens meine erste Lesung aus dem Buch: Ich trug meine Geschichte „Das kleine blaue Fahrrad“ in der Salze-Klinik in Bad Salzdetfurth vor. Die Lesung kam sehr gut an, und auch das Buch gefiel. Es ist ja auch ein wunderschönes kleines Büchlein geworden – und mit seinen 24 Geschichten und Gedichten der perfekte Begleiter durch die Adventszeit.

Nachtrag, 29. November:
Seit heute gibt es „Blitzeis und Gänsebraten“ auch in Bad Salzdetfurth. Ich habe heute Morgen ein Weihnachtspaket an die Bücherstube von Gisela Klauenberg ausgeliefert. Schaut einfach mal rein: Bodenburger Straße 59, direkt am Rewe-Parkplatz.

Gastbeitrag | Buch Berlin

Zwei Tage lang waren Verlegerin Monika Fuchs und ich auf der „Buch Berlin“. Wir präsentierten dort das neue Nestis-Buch „Nestis und die Hafenpiraten“ und weitere Schätze aus dem Verlagsprogramm. Hier mein Bericht:

1

Mit Nestis nach Berlin …

Ich gebe zu, ein wenig gruselte es mich beim Gedanken an die Autofahrt zur Hauptstadt. Meinen bisher einzigen Auto-Trip durch Berlin hatte ich Mitte der 90er unfreiwillig gemacht, als ich auf dem Weg nach Mecklenburg die falsche Autobahnabfahrt genommen hatte und dreieinhalb Stunden durch die Stadt geirrt war, bis mir ein freundlicher Polizist mit kräftigem Dialekt den Weg nach draußen erklärte. Aber diesmal hatte ich Verlegerin Monika Fuchs als Beifahrerin, die dafür sorgte, dass ich mich (fast) gar nicht verfuhr. Und die „Buch Berlin“, die neue Berliner Buchmesse war das Wagnis allemal wert.

Losgefahren sind wir schon am Freitag. Am späten Nachmittag rollte mein schwer beladener Panda mit dem kompletten füchsischen und hartmannschen Buch-Sortiment und einer etwas angeschlagenen Verlegerin (Knieprobleme) vom Verlagsgelände und der Hauptstadt entgegen, wo wir nach etwas über drei Stunden auch richtig anlandeten.

2

Armenische Spezialitäten

Bei der Auswahl der Unterkunft setzte Monika unsere Serie gastronomischer Seltsamkeiten fort. (Wir erinnern uns an den italienischen Gastwirt und Fliegenfischer, den wir in Mainz kennen gelernt hatten …) Diesmal sollte uns laut Internet-Info im Untergeschoss des Hotels ein Chinese erwarten. Die ganze Fahrt über träumte ich von Bambussprossen und Wabbelpilzen. Und als ich im Gastraum Platz nahm, hatte ich mich eigentlich schon entschieden für Hühnerfleisch. Es kam aber anders.

Ich: Ich hätte gern eine Cola. Und die Speisekarte bitte.
Dunkelhäutiger, schwarzbärtiger Gastwirt: Speisekarte haben wir nicht. Aber ich kann Ihnen sagen, was wir haben. Wir haben ein traditionelles armenisches Gericht mit …
Ich: Nicht chinesisch?
Er: Nein. Dies ist ein armenisches Restaurant.

Da Monika und ich noch nie armenisch gegessen hatten, probierten wir es aus und orderten das einzige Gericht, das die menschliche Speisekarte uns anzubieten hatte. Es gab einen Hackfleischspieß mit einem Reis-Pilz-Gemisch, dazu Salat und als Vorspeise geräucherten Schinken (sehr würzig) und etwas in flache Scheiben Geschnittenes, das uns der junge Mann als Darm bezeichnete. Was drin war, konnte er nicht sagen, so genau wollten wir es dann auch nicht wissen. Es schmeckte jedenfalls gut.
Dazu gab es es eine weitere armenische Spezialität: Armenischen Granatafelwein. Schmeckte sehr gut und erinnerte ein wenig an Sherry.

Während des Abends fragten wir mehrfach nach Einzelheiten des Gerichts und bekamen jedesmal zu hören, es sei „armenisch“. Es gab immer wieder Dialoge wie diesen:
Monika: Dieser Reis ist irgendwie anders, was ist denn das für ein Reis?
Wirt (stolz): Das ist armenischer Reis.

Ein Essen, das wir nicht so schnell wieder vergessen werden.

3

Bücher in Regenbogenfarben

Buch_Berlin_2014_544Die Messe selbst war sehr schön, sehr bunt und hatte sehr viele nette und vor allem interessierte Besucher. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, waren es 1200 Leute, die sich an den beiden Tagen um die Stände drängten.

Am ersten Tag hatte Monika die geniale Idee, das Verlagssortiment nach Regenbogenfarben zu sortieren. Lyrik zu Kinderbüchern, theologische Schriften zu Autorenträumen. Das scheint allerdings doch nicht so recht zu dem erwünschten Käuferandrang geführt zu haben. Am zweiten Tag, als wir wieder „ordentlich“ sortiert waren, blieben gefühlt dreimal so viele Besucher stehen und blätterten in den Büchern.

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Nestis-Bücher und Weihnachtskarten

Ein Highlight auf dem Stand waren natürlich die beiden Nestis-Bücher. „Nestis und die verschwundene Seepocke“ und „Nestis und die Hafenpiraten“ sahen neben einander sehr schön aus, und ich habe fleißig in die Kamera gelächelt, wenn jemand vorbeikam, um mich zu knipsen. Gut kamen auch die Nestis-Weihnachtspostkarten an, die unsere Meerjungfrau zusammen mit dem etwas überfordert dreinblickenden Weihnachtsmann zeigen. Klar, der Ärmste hatte ja gerade 500.000 Kubikmeter Sand ausgeliefert …

Ich hatte eine Abteilung auf dem Verlagstisch für mich und legte dort auch die Movenna-Bücher, den Doktor Nikola, Darthula und ein paar Anthologien aus. Als besonders beliebt erwies sich dabei die Wurdack-Anthologie „Immer diese Kobolde!“, die ja auch etwas Beonderes ist.

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Kuschelige Lesung mit Matheprüfung

Am Samstag hatte ich meine Lesung aus dem neuen Nestis-Buch. Im zweiten Stock war dafür eine kuschelige Kissenecke eingerichtet, und ich hielt mich gar nicht lange mit dem Lesetisch auf, sondern pflanzte mich zu meinen Zuhörern in die Kissen (fragt bloß nicht, wie ich hinterher wieder hochkam …). Nebenan gab es eine Bastelecke und ein Bücherregal, aus dem die Kleinen sich auch später noch bedienen konnten.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein kleines blondes Mädchen im Grundschulalter, das meine Nestis in die Hand nahm und das Buch mit kritisch zusammengezogenen Brauen auf Herz und Nieren prüfte. Die Kleine las hier ein Stück, da ein Stück, studierte das Personenverzeichnis, begutachtete die Bilder, rieb die Seiten zwischen Daumen und Zeigefinger, und erst nach bestimmt fünf Minuten nickte sie ihrer Mutter gnädig zu, die dann das Buch bei Monika kaufte, und ich durfte endlich signieren. Puuh, Prüfung bestanden. War schweißtreibender als eine Hausaufgabenkontrolle beim Mathelehrer. ;-)

6

Letzte Arbeiten am Weihnachtsbuch

Derweil werkelte Monika noch immer eifrig an unserem Weihnachtsbuch, legte letzte Hand ans Layout und fabrizierte noch einen Beitrag über die Hildesheimer Weisen, einen alten Brauch aus der Domstadt, den ich zugegebenermaßen überhaupt noch nicht kannte. Schade, dass diese Weihnachtstradition inzwischen eingeschlafen ist. Was die Frau geleistet hat, kann nur der recht würdigen, der dabei ihr kaputtes Knie mit einrechnet. Monikas Knie war nämlich inzwischen nicht besser geworden, eher schlimmer. Zum Glück half Verlegerin Andrea el Gato mit einem Zauberpflaster aus, das zumindest die Schmerzen etwas dämpfte.

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Verlegerbüffet und syrische Hochzeit

Am Samstagabend gab es ein gemeinsames Essen für die Aussteller mit phantastischem Büffet und netten Gesprächen, allerdings war ich auch irgendwann einfach zu müde zum Reden und Essen und war froh, als ich endlich im Hotel ins Bett fallen durfte.

Monika hatte etwas Pech, denn ihr Zimmer lag im ersten Stock, genau über dem Festsaal, in dem gerade von einer riesigen Gesellschaft in farbenprächtigen Gewändern eine Hochzeit gefeiert wurde.
„Armenische Hochzeit?“, fragte Monika unseren schwarzbärtigen Wirt.
Der schüttelte den Kopf: „Syrische Hochzeit.“ Was für eine Überraschung!

8

Besuch von Ulrike Reineke

Der Sonntag brachte mir einen angemeldeten Besuch und einen Überraschungsbesuch ein. Zunächst traf ich mich mit meinem Lakotalehrer Martin Krüger, und wir quatschten eine ganze Menge am Stand des Traumfänger-Verlags mit Autorin Kerstin Groeper über Indianerliteratur. (Nein, ich habe nicht vor, der Fantasy untreu zu werden …) Wenig später schaue ich hoch und sehe gerade wie Elfenschrift-Herausgeberin Ulrike Reineke und ihr Mann Michael auf mich zugetsrömt kommen, das war doch mal eine nette Überraschung.

Um 18 Uhr gingen die letzten Besucher, und für uns hieß es: einpacken. Eine Stunde später ging es dann ab nach Hause über feuchte, dunkle Autobahnen, an deren Rand es stellenweise schon verdächtig glitzerte. Wir kamen aber unversehrt in Hildesheim an, eine halbe Stunde später fiel ich in Sillium ins Bett. Was für ein Wochenende.

Fazit

Insgesamt waren es zwei tolle, volle Tage in Berlin. Das Team von Biber und Butzemann, das diese erste Berliner Buchmesse auf die Beine gestellt hat, hat einen verdammt guten Job gemacht und eine Veranstaltung geschaffen, die geradezu nach einer Zweitauflage schreit. Es soll auch nächstes Jahr wieder eine BuchBerlin geben. Größer, mit mehr Ausstellern und in einem größeren Gebäude. Die lasse ich mir ganz bestimmt nicht entgehen.

Gastbeitrag | Muttersein

Auf dem Blog Herzlichchaotisch der Herzchaosmama haben wir diese schöne Gedicht über das Muttersein gefunden. Und wir fanden es sehr schön und passend, um eine Reihe von Gastbeiträgen zu eröffnen. Und hoffen natürlich sehr, dass es nicht der einzige Beitrag bleibt! Und so danken wir der Herzchaosmama für die Erlaubnis, dieses Gedicht hier vorstellen zu dürfen.

MUTTER SEIN

dich ansehen
deine langen Haare die im Winde wehen
deine forschenden Augen, die die Welt entdecken
deine Hände, die aufnehmen

dich riechen
wenn du aus der Badewanne steigst
wenn du dich an mich lehnst
deinen ganz eigenen Herzenskind-Geruch

dich spüren
wie du mich umarmst
wie deine Hand in meiner liegt
wie du dich nach jedem Essen auf meinen Schoß setzt

dich hören
wie du fröhlich Lieder singst
leise Worte flüsterst
oder auch mal vor Wut laut wirst
:
dich begleiten
vom morgendlichen wachstreicheln
bis zum abendlichen Gute-Nacht-Kuss
und wenn es sein muss auch nachts

dich halten
und dich loslassen

Das bedeutet Mutter sein.
Das ist Mutter sein.

© Herzchaosmama