Nachhilfe für Applejucy: Die Geschichte des Menschenhandels

Manchmal ist Fernsehen echt hilfreich. Gestern sah ich eine Dokumentation zum Thema „Geschichte des Sklavenhandels“. Perfekte Nachhilfestunde für das Lektorat, an dem ich gerade sitze: unsere Neuerscheinung „Applejucys – Abenteuer in Amerika“ von Tina Birgitta Lauffer. Inhalt: Die junge Hexe Applejucy hilft zwei afrikanischen Kindern, ihre Mutter, die als Sklavin nach Amerika verschleppt wurde, wiederzufinden.

Wer sich auch für dieses Thema interessiert, dem sei die vierteilige Doku empfohlen, die man sich noch bis zum 29. Juni in der ARD-Mediathek anschauen kann.

Was macht eigentlich ein Verleger?

Immer wieder gern gelesen: Eine Antwort auf die Frage, was ein Verlager so macht. Gefunden während einer Internetrecherche auf der Seite  der italienischen Buchverlegergemeinschaft (AIE). Bei der Suche nach der Quelle stieß ich dann auf verschiedene Namen: Bompiani, Mondadori und Umberto Eco. Der Urheber lässt sich wohl nicht mehr so recht festetellen. Aber nett ist es dennoch (deutsche Übersetzung von mir).

„Che cosa fa l’editore? – Was macht ein Verleger?
Scrive libri? – Schreibt er Bücher?
No, quelli li scrivono gli autori. – Nein, diese schreiben die Autoren.
Allora li stampa? – Also druckt er sie?
No, quello lo fa il tipografo. – Nein, das macht der Drucker.
Li vende? – Verkauft er sie?
No, lo fa il libraio. – Nein, das macht der Buchhändler.
Li distribuisce alle librerie? – Vertreibt er sie an die Buchhandlungen?
No, quello lo fa il distributore. – Nein, das macht der Vertrieb.
E allora che cosa fa? – Na, und was macht er dann eigentlich?
Risposta: tutto il resto“ – Antwort: den ganzen Rest.

Meiner Erfahrung nach gilt das auch für VerlegerINNEN! :-D

Meet & Greet der besonderen Art

Ich. Gestern. Jachtere wie üblich am späten Nachmittag zum Briefkasten, um die Bestellungen des Tages einzuwerfen. Beim Kreuzen der Fußgängerzone halte ich inne. Etwas verwundert blicke ich auf ein Eckgeschäft, in dem bislang ein Outdoor-Ausstatter seine Waren feilbot. Jetzt macht sich dort ein Bäcker breit. Wie? Der war doch vorher direkt daneben und viel kleiner? Und – häh? Ich drehe mich um. Da ist doch auch schon einer … Ist das die gleiche Kette?

Während ich noch völlig verpeilt vor und zurück blicke und dabei die Gesichter der vorbeihastenden Passanten streife, höre ich plötzlich ein fröhliches „Hallo, Frau Fuchs!“ – Meint die mich? Ach klar, das ist ja Claudia Radßuweit! Aber ich schaute wohl so abwesend und verständnislos, dass sie sich vorsichtshalber gleich nochmal vorstellte: „Radßuweit!“

Nachdem ich mich dann berappelt hatte und wieder im Hier und Jetzt gelandet war, erfuhr ich, dass die Autorin unserer Büchlein Das kleine rote Auto und Der kleine Schmerz gerade zu Besuch bei ihren Eltern in Hildesheim war. Und auf dem Weg, sich mit einer Freundin am Thega (unserem hiesigen Kinopalast) zu treffen. Das wiederum traf sich gut, weil ich (nachdem ich mich meiner Post entledigt hatte) in dieselbe Richtung musste.

Das war ein nettes, spontanes und unverhofftes Autorentreffen – Dank an Claudia Radßuweit für den schönen Freitagnachmittag-Spaziergang mit ausgiebigem Geratsche! :-)

Die Frankfurter Buchmesse 2013 und ich

Nein, keine Sorge – das wird kein Enthüllungsroman :-D – aber jetzt weiß ich endlich, wann ich nächste Woche auf der Buchmesse aufschlagen werde. Mein Buchmessentag wird Donnerstag, der 10. Oktober sein. Dann werde ich irgendwo auf der Messe herumfliegen – nicht ausgeschlossen, das man sich trifft. Wer dies nicht dem Zufall überlassen will, schreibt mir eine kurze Mail zwecks Terminabstimmung. Freu mich auf viele unbekannte und bekannte Gesichter! :-)

Zwei Verlagsporträts

In der letzten Zeit bekam ich verschiedene Anfragen, den Verlag in Autorenkreisen vorzustellen. Habe ich natürlich gerne gemacht! :-) Wer’s nachlesen möchte:
Das erste habe ich Viola Kreilaus für das DSFO (Deutsches Schriftstellerforum) gegeben.
Petra Hartmann hat das Interview mit Ursula Schmid-Spreer für den Newsletter des Autorenforums auf ihrem Blog dokumentiert.

Lesestunden …

Jetzt fehlen noch vier Beiträge, dann ist alles komplett. Alle anderen 54 sind bereits gesetzt, mit Autorenbiographien ergänzt und korrigiert. Es geht also voran. Wenn auch nicht so schnell, wie ich es mir wünsche: Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie mich eine Geschichte gefangen nimmt, wie ich sie nochmals lese, obwohl ich sie ja schon zur Genüge kenne. Und wie mir auch noch die Wiederholung Vergnügen bereitet … Ich hoffe schon jetzt, dass es den zukünftigen Leserinnen und Lesern auch so gehen möge! :-)

2. Mai 2013

Inmitten großer Verlage

Heute hat Yvonne Kopf etwas Erfreuliches in Facebook gepostet: Ein Kinderleseclub in Friedrichhafen hat 16 Kinderbücher gelesen und bewertet. Unsere „Lilo Lametta“ kam unter die ersten 10 – umgeben von Büchern aus bekannten Kinderbuchverlagen.
https://www.medienhaus-am-see.de/aktuelles/detail/datum/2012/05/29/leseclub-erfolgreich-beendet/
Na, das freut mich doch sehr! :-)))

Dies schrieb am 19. Juni 2012 die Füxin.

Wenn Zufälligkeiten ein Eigenleben entwickeln

Manche Bücher entstehen eher zufällig – und entwickeln dann ein erstaunliches Eigenleben …
So wie unser Zweitling „Hurra! Ich werd’ ein Schulkind!“ … Als Mutter dreier Kinder bin ich in den umliegenden Kindergärten und Grundschulen nicht ganz unbekannt. Und so kamen vor einigen Jahren drei Erzieherinnen und zwei Lehrerinnen auf mich zu und baten um Hilfestellung bei einer Aufgabe, die Ihnen (und allen anderen niedersächsischen Kindergärten und Schulen …) vom Kultusministerium gestellt worden war: Im Bemühen um immer stärkere Verrnetzung zwischen Kindergärten und Grundschulen sollten die Einrichtungen gemeinsam Elterninformationen erstellen zum Thema „Schulfähigkeit“.
(Zu meiner Zeit nannte man das noch Schulreife, und ein wichtiges Erkennungsmerkmal war es, wenn das Kind mit dem rechten Arm über den Kopf langen und mit der Hand das linke Ohr festhalten konnte.)
Aber Schulfähigkeit – so lernte ich in der folgenden Zeit – beinhaltet noch viel mehr. Auch wenn viele Eltern meinen, es sei wichtig, dass ihr Kind am 1. Schultag schon Quadratwurzeln ziehen, Thomas Mann im Original lesen und sich mit Ai Weiwei in dessen Heimatsprache gepflegt über zeitgenössische Kunst austauschen könne – wenn es seine Schuhe nicht alleine zubinden und ein Puzzle zuende bringen kann, nütze ihm das wenig … Also, überspitzt gesagt, natürlich.

Beim Lesen des Entwurfs, den mir die Autorinnen anvertrauten und von dem sie hofften, ich könnte ihn graphisch etwas aufpeppen, habe ich mich gefragt, warum wir so etwas nicht bekamen, als unsere Kinder zur Einschulung anstanden. Ich las dort von sozialer und emotionaler Entwicklung, vom Umgang mit Aufgaben, von den Bereichen Wahrnehmung, Bewegung und Sprache. Mir hätten dieses Wissen und die Hinweise dazu, wie ich meine Kinder fördern kann, damit der Schulstart fluppte und nicht floppte, sehr geholfen.

Und deshalb entschloss ich mich, den Autorinnen eine Verlagspublikation dieses Heftchens anzubieten. So hatten sie die Elterninfo, die das KuMi von Ihnen wollte, in ansprechender Form parat und darüberhinaus konnten noch andere Eltern außerhalb der eigenen Einrichtungen davon profitieren.

Gesagt, getan: Was nun folgte, waren etliche Redaktionssitzungen, bei denen wir um jedes Wort des Textes rangen – Ziel war es, die Information so kompakt wie möglich, aber so ausführlich wie nötig zu präsentieren. Fotos wurden gemacht, und gemeinsam überlegten wir, welche Tipps wir Eltern auf den Weg geben konnten, um die verschiedenen schulisch wichtigen Kompetenzen zu fördern. Außerdem wollten wir noch das Gespräch zwischen Eltern und Kinder auf diesem Gebiet anregen. Und entwickelten einen „Fragebogen“, den die Eltern vorlesen und die Kinder beantworten sollten. Und damit es auch etwas zu tun gibt, darf das Kind seine Antwort dann im Heft ankreuzen.

Offensichtlich gefiel das Konzept nicht nur den beteilgten Schulen und Kindergärten – es gab da wohl eine Art Mundpropaganda, denn schon bald erreichten uns aus ganz Deutschland Bestellungen für dieses Heftchen. Oft in größerer Stückzahl, weil z. B. Familienbildungsstätten ihre Eltern-Kind-Gruppen damit beschenkten. Oder Kindergärten es an den Schulinformationsabenden verteilten.

Jedenfalls: Anfang des Jahres waren alle Kartons leer. Und da es immer noch Anfragen gibt, entschlossen wir uns zur 2. Auflage. Die ist jetzt im Druck. Und wir erwarten die Lieferung Ende nächster Woche. Ich sach dann Bescheid, wenn sie da ist! :-)

Dies schrieb die Füxin am 20. April 2012

PS: Und wer hier schon mal schnuppern will: Hier ist eine Leseprobe.