22. April: Tag der Erde. In diesem Jahr geht es vor allem um den Plastikmüll in den Meeren. Zeit für einen Nestis Text-Schnipsel:

Als die fünf Freunde untertauchten, wurde ihnen fast übel beim Anblick, der sich ihnen unter Wasser bot. Aller Müll und Schrott, den die Menschen irgendwann einmal in den Fluss geworfen hatten, schien sich hier zu einem riesigen Berg aufzutürmen. Der Fluss Glitta hatte im Laufe der Jahrhunderte wohl so einiges schlucken müssen, und nach und nach hatte die Strömung all das mit sich fortgenommen und es weitertransportiert. Bis hierher, bis zu dem Ort, an dem der Fluss sich auflöste und ein Teil des großen Meeres wurde.
Nestis sah die riesige unterseeische Müllhalde und ballte vor Wut die Hände zu Fäusten zusammen. Was hatten die Menschen alles ins Wasser geworfen. Es war eine Schande. Alte Möbel lagen hier herum und kaputtes Spielzeug, zerschla­genes Geschirr, Kochtöpfe und rostige Blecheimer, eine alte Geschirrspülmaschine, Versandhauskataloge, Autoreifen, leere Konservendosen, Limonadenflaschen, sogar ein verquollenes und verstimmtes Klavier.
Otto kroch tief in eine riesige Blumenvase hinein, und seine Stimme hallte laut und fremd daraus hervor, als er rief: »Hallo, wo bin ich? Sucht mich doch!«
Es machte sich aber keiner der vier anderen auf die Suche nach dem Kraken.
»Guckt mal, das hier ist noch ganz neu!«, rief Nick. Er hatte ein knallrotes Mädchenfahrrad gefunden und zog es neugierig aus der Müllhalde hervor. Kritisch überprüfte er es. »Hm, das Licht ist natürlich im Eimer, die Drähte sind etwas verrostet, aber sonst ist alles in Topzustand.«

aus: Petra Hartmann, Nestis und die verschwundene Seepocke